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OUF Hausmannstätten

Das Ortszentrum von Hausmannstätten wird durch die Errichtung einer Ortsumfahrung vom Individual- und Durchzugsverkehr entlastet. Die Trasse der Umfahrung beginnt im Westen mit dem Anschluss an die bestehende Landesstraße B73 und erstreckt sich über eine Länge von 2.320 m. Im mittleren Abschnitt quert die Trasse den Bergrücken „Himmelreich“ mit dem 1.045 m langen Tunnel Himmelreich und schließt im Osten wieder an die bestehende Landesstraße B73 an.

 

 

OUF Hausmannstaetten 1  OUF Hausmannstaetten 3  OUF Hausmannstaetten 4

Das Bauvorhaben beinhaltet die Errichtung des Tunnels Himmelreich einschließlich des Lüftungsschachtes, eines Feuerwehraufzugsschachts, der Straßenabschnitte von den Portalen bis zur bestehenden B73 sowie Bauwerke an den Portalen - wie Stützmauern, Betriebsgebäude und Gewässerschutzanlage. Im westlichen Abschnitt des Tunnels Himmelreich wurde bereits im Vorfeld ein rund 743 m langer Erkundungsstollen aufgefahren. Der überwiegend 22 m2 große Stollenquerschnitt war mittig im Haupttunnelquerschnitt situiert und wurde im Zuge der Vortriebsarbeiten rückgebaut.

GEOLOGISCHE BEDINGUNGEN
Das Projektgebiet liegt aus regionalgeologischer Sicht innerhalb des Steirischen Neogenbeckens, dessen  Sedimente das paläozoische Grundgebirge großteils überlagern. Der westliche Tunnelabschnitt wird durch eine Wechsellagerung von sandigen Tonen, Feinsanden und Mergellagen geprägt. Der östliche Abschnitt besteht vorwiegend aus quartären Lockergesteinen, wobei der überwiegende Anteil der quartären Ablagerungen durch Feinkornsedimente bestimmt wird.

VORTRIEB
Die Vortriebsarbeiten erfolgten vom Westportal Richtung Osten, wobei die ersten 73,6 m bereits im Zuge der Erkundungsmaßnahmen im Vollprofil ausgebrochen wurden. Von TM 73,60 bis TM 742,50 erfolgte der Vortrieb des Haupttunnels über eine Länge von rund 570 m  im Vollprofil (Kalotte und Strosse). Der Sohlnachlauf wurde mit einer Länge von 125 m begrenzt. Ab dem Ende des Erkundungsstollens bis zum bergmännischen Ostportal erfolgte ein durchgehender Kalottenvortrieb unter dem Schutz von Rohrschirmen. In diesem Bereich wurden von der Oberfläche aus acht Brunnen abgeteuft und das anstehende Grundwasser vorauseilend zum Vortrieb abgesenkt. Der 253 m lange Abschnitt wurde zur Gänze mit einem temporären Kalottensohlgewölbe aufgefahren. Nach dem erfolgreichen Durchschlag am 05. Oktober 2010 wurden im Nachgang die Strosse und Sohle ausgebrochen.

INNENAUSBAU
Nach Abschluss der Vortriebsarbeiten erfolgten der Einbau des Sohlgewölbes, der Ulmendrainageleitungen, der Regenschirmkunststoffabdichtung und der Ortbeton-innenschale. In der Regel wurde der Gewölbebeton in Blocklängen von 12 m unbewehrt ausgebildet. Lediglich im Verschneidungsbereich Haupttunnel zum Lüftungsquerschlag sowie in den Nischen und den Portalbereichen waren lokale Bewehrungen im Gewölbebeton vorgesehen. Das Sohlgewölbe wurde aufgrund des bestehenden Quelldruckes durchgehend bewehrt ausgeführt. Aufgrund der Lüftungstechnik wurde über beinahe die gesamte Tunnellänge eine Zwischendecke ausgeführt. Anschließend wurden die Kabelkanäle, Randwege, Längsentwässerung und der Fahrbahnaufbau hergestellt.

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