Pumpspeicherwerk Limberg II - Kaprun - Salzburg
| AUFTRAGGEBER | Verbund Hydro Power AG |
| BAUZEIT | März 2006 - Dezember 2011 |
| PROJEKTART | Hauptbauarbeiten Pumpspeicherkraftwerk |
| AUSFÜHRUNG | in Arbeitsgemeinschaft |
| PROJEKTDATEN | Baubeginn bis Juni 2010 | |
| Gesamtkubatur Felsausbruch | 580.000 m3 | |
| Eingebauter Anker | 52.000 Stk. | |
| Eingebauter Spritzbeton | 30.000 m3 | |
| Eingebauter Konstruktionsbeton | 60.000 m3 | |
| Eingebauter Betonstahl | 4.000 t | |
| Innenschale / Hinterbeton Triebwasserweg | ||
| Druckschacht, Unterwasser | 50.000 m3 |
PROJEKTÜBERSICHT
Die Verbund Hydro Power AG errichtet im Bereich der bestehenden Kraftwerksgruppe Glockner / Kaprun in Salzburg ein neues Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von 2 x 240 MW. Die gesamte Anlage wird unterirdisch zwischen den bestehenden Jahresspeichern Mooserboden und Wasserfallboden errichtet. Die Länge des neuen Triebwasserweges beträgt in Summe 5.400 m und besteht im Wesentlichen aus einem betonierten Triebwasserstollen und einem unter 45° geneigten Druckschacht. Im Schacht wird die Stahlpanzerung hinterbetoniert und im Nachgang mit Gebirgsinjektionen versehen. Die Einbindung in den Wasserfallboden erfolgt über einen Unterwasserstollen mit einer Länge von 400 m. Die Energieableitung nach Obertage wird über einen unter 45° geneigten Schrägschacht sichergestellt. Im Bereich der bestehenden Speicher werden Ein- und Auslaufbauwerke in Stahlbeton errichtet.
Die Hauptbauarbeiten haben im März 2006 begonnen und werden auf der Grundlage eines forcierten Bauzeitplanes bereits im Jahr 2011 abgeschlossen sein - ursprünglich war die Inbetriebnahme für 2012 vorgesehen. Die bergmännischen Vortriebsarbeiten wurden sowohl im konventionellen Sprengvortrieb als auch im mechanischen Vortrieb ausgeführt. Für den mechanischen Vortrieb im Triebwasserstollen und Druckschacht wurden zwei unterschiedliche Hartgesteins-Tunnelbohrmaschinen eingesetzt. Für den Einsatz im Schacht musste die TBM entsprechend umgebaut und adaptiert werden.
Im Zuge der Bauausführung kam es auch zu verschiedenen Baumaßnahmen im Bereich der bestehenden Anlagen. Unter anderem wurde mit dem Ausbruchsmaterial ein Lawinen-schutzdamm im Bereich des Lärchwand Schrägaufzuges errichtet. Im Baubereich Höhenburg wurden umfangreiche ökologische Begleit-maßnahmen ausgeführt und bestehende Anlagen der Werksgruppe adaptiert und auf den neuesten technischen Stand gebracht.
Die Erschließung der Baustelle mit der Errichtung von Baustelleneinrichtungen und Zufahrtsstollen erfolgte 2006, in den Jahren 2007 und 2008 wurden die wesentlichen Vortriebsarbeiten im Bereich der Kavernen, am Triebwasserstollen und im Druckschacht ausgeführt. Aufgrund des raschen Baufortschritts bei der Zufahrt bzw. beim Kavernenausbruch wurde das Gesamtprojekt im Frühjahr 2008 durch den Auftraggeber forciert. Dadurch kann die Inbetriebnahme bereits im Jahr 2011 um 6 Monate früher als geplant erfolgen.
Die Betonarbeiten konnten zwischen 2008 und 2010 erfolgreich durchgeführt werden. Im zentralen Kraftwerksbereich der Kraft- und Trafokaverne wurden über 40.000 m³ Beton und nahezu 3.000 t Bewehrung eingebaut. Im Triebwasserstollen wurde eine Betoninnenschale auf einem Sohltübbing ausgeführt. Im Druckschacht wurde die Stahlpanzerung mit Rinnenbeton hinterbetoniert.
PROJEKTSTAND JUNI 2010
Im Jahr 2010 erfolgten die Durchschläge in die bestehenden Speicher und die restlichen Beton- und Injektionsarbeiten wurden ausgeführt. Die Injektionsarbeiten erfolgen grundsätzlich zweistufig: vorab werden die Spalt- und im Anschluss die Gebirgsinjektionen ausgeführt. Die Bohr- und Injektionsarbeiten wurden erstmals in dieser Größenordnung als Eigenleistung ausgeführt. Eigens dafür wurden Bohr- und Injektionseinrichtungen angeschafft und entsprechend adaptiert. Besonders schwierig gestalteten sich die Arbeiten im Druckschacht. Hier mussten die Arbeiten bei einer Neigung von 45° und „aus der Panzerung“ (Innendurchmesser 4,80 m) erfolgen. Dazu wurde eine eigene Schachtbefahrungsanlage für den Druckschacht aufgebaut, der Betrieb erfolgte im 2-Winden-System. Die Anlage verfügt über einen Arbeitswagen, auf dem wahlweise die Bohr- und Injektionsausrüstung aufgebaut werden kann. Der Nachschub wurde mit einem zweiten Transportwagen sichergestellt. Im Nachgang zu den Bohrungen mit Längen bis zu 8 m wurden die Injektionsarbeiten ausgeführt. Die Zementsuspension wird mit Drücken bis 20 bar injiziert, sämtliche Daten werden mittels EDV getrennt nach Bohrloch gesondert aufgezeichnet und ausgewertet.
In den Betonstrecken des Triebwasserstollens wurden die Injektionsmaßnahmen zweistufig ausgeführt. In einem ersten Arbeitsgang wurde der Firstspalt verfüllt und im Anschluss die Injektionsmaßnahmen ausgeführt. Die rasterförmig angeordneten Bohrungen wurden mit Längen bis 12 m, die Injektionsarbeiten mit Drücken bis zu 25 bar und mit bis zu sechs elektronisch gesteuerten Injektionspumpen ausgeführt. Es wurde ebenfalls eine Zementsuspension als Injektionsgut eingesetzt.
Im Bereich des Wasserschloss-Steigschachtes werden die Betonarbeiten ausgeführt. Dazu wird eine System-Rundschalung mit einem Innendurchmesser von 5,20 m eingesetzt, die mit einer Winde im Schacht bewegt wird. Die Erschließung der Baustelle erfolgt ausschließlich über eine eigene 12 t-Materialseilbahn.
Die Bahn überspannt ohne Zwischenstütze den Speicher Wasserfallboden und überwindet 360 Höhenmeter; die Seillänge der Bahn beträgt knapp 1.000 m. Der gesamte Materialnachschub und der Betontransport haben über diese Seilbahn zu erfolgen, wobei der Beton mehrfach umgeschlagen werden muss.
Gleichzeitig mit den Bauarbeiten erfolgten im Jahr 2010 die wesentlichen Installationsarbeiten im Bereich der Kavernen. Dabei wurden eine Vielzahl von Arbeiten parallel an unterschiedlichen Gewerken ausgeführt (Stahlbau, Maschinenbau, Elektro- und Leittechnik, Heizung, Lüftung, Klima, etc.). Diese Arbeiten wurden von anderen Auftragnehmern im Auftrag des Bauherrn durchgeführt - auf die genaue Koordinierung der Arbeiten war besonderes Augenmerk zu legen.





