Osterbergtunnel/NBS Erfurt - Leipzig / Halle - Deutschland
| AUFTRAGGEBER | Deutsche Bahn Netz AG |
| BAUZEIT | Juli 2008 |
| PROJEKTART | Errichtung eines zweiröhrigen Eisenbahntunnels |
| AUSFÜHRUNG | in Arbeitsgemeinschaft |
| PROJEKTDATEN | Voreinschnitt Ost: | Länge | 500 m |
| Aushub | 352.000 m3 | ||
| Bergmännische Bauweise | Länge 2 Röhren zu je | 2.028 m | |
| Ausbruchsquerschnitt | 89,3-97,30 m2 | ||
| Offene Bauweise Ost | 26,5 m | ||
| Offene Bauweise West | 26,5 m |
PROJEKTÜBERSICHT
Der im Zuge der Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle aufzufahrende Osterbergtunnel ist 2.081 m lang und besteht aus zwei eingleisigen Röhren. Die Dicke des Gebirgspfeilers zwischen den beiden Röhren schwankt längs des Tunnels zwischen 4 m und 44 m. Die Überlagerungshöhe beträgt an der östlichen Anschlagwand etwa 9 m und steigt in Folge bis zu 35 m an. An der westlichen Anschlagwand beträgt die Überdeckung lediglich 1 m.
VORTRIEBE
Der Ausschreibungsentwurf sieht als Vortriebskonzept je einen Kalotten- und Strossen-/Sohlvortrieb in beiden Röhren nach den Grundsätzen der NATM vor. Die Vortriebe werden vom Ostportal fallend mit einer Neigung von 12 ‰ aufgefahren. Vom Westportal ist ein etwa 40 m langer Gegenvortrieb im Schutze von Rohrschirmen vorgesehen.
Zur Realisierung des Rettungskonzeptes werden in Abständen von max. 500 m Verbindungsstollen hergestellt. Daraus ergeben sich vier Verbindungsstollen, wobei zwei Stollen mit zusätzlichen Technikräumen ausgestattet sind. Nach der Herstellung des Voreinschnittes Ost wurden am 11. Jänner 2009 die Vortriebsarbeiten aufgenommen.
Durch die gute Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten und auf Grund der herausragenden Vortriebsleistungen konnte der erste Durchschlag bereits am 25. Oktober 2009 realisiert werden. Die restlichen Vortriebsarbeiten fanden im März 2010 ihren Abschluss.
GEOLOGISCHE BEDINGUNGEN
Der westliche Bereich des Osterbergtunnels liegt auf ca. 450 m Länge ganz, und auf weiteren 300 m mit dem unteren Teil des Tunnelquerschnitts im Oberen Buntsandstein (Röt). Das Gebirge besteht aus Mergelstein, Kalkstein, Dolomitstein und Schluffstein. Die restliche Tunnelstrecke ist in den Schichten des unteren Muschelkalkes aufzufahren. Die Schichtlagerung ist in ungestörter Lagerung nahezu söhlig. Das Gebirge ist durch zahlreiche, überwiegend quer und schräg zum Tunnel verlaufende Störungen in Schollen zerlegt. In der Umgebung der Störungen ist das Gestein stark zerbrochen und verwittert. Über längere Strecken werden Auflockerungs- und Versturzbereiche durchfahren, in denen sich der Baugrund als Schotter in einer lehmigen Matrix eingebettet darstellt. Der Bergwasserspiegel liegt zur Gänze unterhalb der Tunnelsohle.
GEBIRGSERKUNDUNG / KARSTPROBLEMATIK
Aufgrund tiefreichender Verwitterung werden auch Karsterscheinungen erwartet. Im Bauvertrag sind umfangreiche Maßnahmen zur Vorerkundung und zur Sicherung eventueller Karstbereiche vorgesehen. Um einen kontinuierlichen Vortrieb zu gewährleisten, wird von der Arge Osterbergtunnel zur Gebirgserkundung das Measure While Drilling System eingesetzt. Die Sohle beider Tunnelröhren wurde zudem noch im Raster von 2,0 / 2,0 m nach dem Verfahren der Mikrogravimetrie nach etwaigen Karsthohlräumen erkundet. Bei potenziellen ausgewiesenen Verdachtsflächen wurden daraufhin Kernbohrungen abgeteuft.
INNENAUSBAU
Im Innenausbau erhalten die Tunnelröhren eine mind. 35 cm starke bewehrte Ortbetoninnenschale. Die wasserundurchlässige Betonkonstruktion wird mit einer Luftpolsterfolie als Gleitschicht zur Außenschale getrennt. Die Innenschale wird in Blocklängen von 10,0 m in zwei Abschnitten ausgeführt. Das Sohlgewölbe wird mittels eines Doppelschalwagens, der eine Konstruktionslänge von 43,0 m besitzt, in 20-Meter-Abschnitten vorauseilend betoniert. Das Gewölbe wird im Nachgang mit zwei Schalwägen System „Vorläufer / Nachläufer“ hergestellt. Mit den Betonierarbeiten wurde bereits parallel zu den Vortriebsarbeiten im November 2009 begonnen. Es ist geplant, die Innenschalenarbeiten der bergmännischen Bauweise noch im Jahr 2010 fertig zu stellen.
Im Auftrag enthalten sind auch die Herstellung des Füllbetons sowie die Errichtung der Randwege, der Löschwassertrockenleitung, der Längs-entwässerung und der Kabelzieh-rohrtrasse in der Sohle.Neben den reinen Bauarbeiten ist die gesamte Planung vom Auftragnehmer zu erbringen.





